Infektionskrankheiten und Maßnahmen

Aus aktuellem Anlass wollen wir dir hier über die Infektionskrankheiten und Maßnahmen zur Vorbeugung berichten. In China traten Ende 2019 erstmals Erkrankungen an einem neuartigen Coronavirus auf.

Um dich und andere besser vor einer Infektion schützen zu können, ist es gut zu wissen, wie Krankheitserreger übertragen werden und wie sie in unseren Körper eindringen können.

Tröpfcheninfektion

Infektionskrankheiten Coronavirus

Bei der Tröpfcheninfektion gelangen Krankheitserreger, die im Rachenraum oder im Atmungstrakt siedeln, beim Niesen, Husten, Sprechen durch winzige Speichel-Tröpfchen an die Luft und werden anschließend von einem anderen Menschen eingeatmet bzw. direkt über die Schleimhäute der oberen Luftwege aufgenommen, zum Beispiel durch einen Kuss.

Häufig werden Viren auf diesem Weg übertragen. Über Tröpfchen werden besonders grippale Infekte aber auch die echte Grippe übertragen. Beispiele für Infektionen, die über eine größere Entfernung luftgetragen werden, sind insbesondere Krankheiten wie Windpocken oder Masern, gegen die du dich durch Impfungen schützen kannst.

Von den bakteriellen Erkrankungen werden zum Beispiel Scharlach sowie Meningokokken-Infektionen, die Hirnhautentzündungen auslösen, durch Tröpfcheninfektion übertragen.

Schmierinfektion

Bei der Kontaktinfektion (manchmal auch als Schmierinfektion bezeichnet) werden Erreger über eine Kette von Berührungen weitergereicht. Diese Berührungen beinhalten sowohl Händeschütteln als auch das Anfassen eines Türgriffs oder in den öffentlichen Verkehrsmitteln das Festhalten an einer Stange / Öffnen der Tür mittels Knopf oder Hand.

Gründliches Händewaschen ist ein wirksamer und einfacher Schutz, mit dem du eine Kontaktinfektion vorbeugen kannst!

Lebensmittelinfektion

Infektionskrankheiten Coronavirus Einige Erreger, darunter sowohl Bakterien wie auch Viren, können an Lebensmitteln haften. Vor allem Bakterien wie Salmonellen können sich zudem auch in Lebensmitteln wie rohen Eiern, Rohwurstsorten oder nicht durchgegartem Fleisch rasch vermehren. Man sieht den betroffenen Lebensmitteln nicht immer an, dass sie mit Erregern befallen sind: die Keime kann man weder schmecken oder riechen.

In erster Linie werden Brechdurchfälle durch befallene Lebensmittel übertragen. Zu den wichtigsten Bakterien, die Lebensmittelinfektionen auslösen, gehören neben den Salmonellen auch E.coli, Campylobacter oder Listerien. Aber auch Viren wie der Noro- oder Rotavirus oder Parasiten wie der Toxoplasmose-Erreger können über verunreinigte Lebensmittel zum Menschen gelangen.

Infektionen über Wasser

Zum Einen können Erreger mit dem Trinkwasser in den menschlichen Körper gelangen. Auch beim Baden in verunreinigten Gewässern oder bei Genuss von nicht aufbereitetem Wasser aus Brunnenanlagen können Krankheitserreger übertragen werden. Im Schwimmbad besteht zudem die Gefahr einer Infektion durch Erreger im feinen Sprühnebel von Wasserrutschen und Wasserfällen, der eingeatmet wird. Generell sind sprühende Wasserquellen ein möglicher Ort der Übertragung von bestimmten Erregern, so auch Duschen und Autowaschanlagen.

Neben Salmonellen gehören auch andere Durchfall-Bakterien wie Campylobacter oder EHEC zu den Erregern, die über Fäkalien ins Wasser geraten können. Das Infektionsschutzgesetz und die Trinkwasserverordnung sorgen dafür, dass bei der Wasseraufbereitung strenge Kontrollen die Qualität des Wassers sichern. Auch Legionellen oder Pseudomonaden kommen gelegentlich in Hausinstallationen oder Schwimmbädern vor. Sie verursachen grippeartige Beschwerden bis hin zu schweren Lungenentzündungen. Vor allem durch zerstäubtes Wasser werden die eerreger haltigen Tröpfchen verbreitet und eingeatmet. Temperaturen über 55° Grad Celsius in Warmwassersystemen behindern dagegen das Legionellenwachstum.

Wie kann man sich vor Ansteckung schützen?

Wie bei Influenza und anderen Atemwegserkrankungen schützen das Einhalten der Husten- und Nies-Etikette, eine gute Händehygiene, sowie Abstand zu Erkrankten (etwa 1 bis 2 Meter) auch vor einer Übertragung des neuartigen Coronavirus.

Husten- und Nies-Etikette

Einfache Hygieneregeln beim Husten und Niesen schützen dich und andere vor Ansteckung. Beim Husten oder Niesen sollte möglichst kein Speichel oder Nasensekret in die Umgebung versprüht werden. Sich beim Husten oder Niesen die Hand vor den Mund zu halten, wird oft für höflich gehalten. Aus gesundheitlicher Sicht aber ist dies keine sinnvolle Maßnahme: Dabei gelangen Krankheitserreger an die Hände und können anschließend über gemeinsam benutzte Gegenstände oder beim Händeschütteln an andere weitergereicht werden.

Um keine Krankheitserreger weiterzuverbreiten und andere vor Ansteckung zu schützen, sollten Erkrankte die Regeln der sogenannten Husten-Etiquette beachten, die auch beim Niesen gilt:

  • Halte beim Husten oder Niesen mindestens einen Meter Abstand von anderen Personen und drehe dich weg.
  • Niese oder huste am besten in ein Einwegtaschentuch. Verwende dies nur einmal und entsorge es anschließend in einem Mülleimer mit Deckel. Wird ein Stofftaschentuch benutzt, sollte dies anschließend bei 60°C gewaschen werden.
  • Und immer gilt: Nach dem Naseputzen, Niesen oder Husten gründlich die Hände waschen!
  • Ist kein Taschentuch griffbereit, solltest du dir beim Husten und Niesen die Armbeuge vor Mund und Nase halten und ebenfalls dich dabei von anderen Personen abwenden.

Gute Händehygiene

Infektionskrankheiten Coronavirus

Die Hände sind die häufigsten Überträger von Krankheitserregern. Händewaschen schützt!

Ob beim Naseputzen, beim Toilettengang, beim Streicheln eines Tieres oder bei der Zubereitung von rohem Fleisch: Die Hände kommen häufig mit Keimen in Kontakt und können diese auf alles übertragen, das anschließend angefasst wird. Beim Händeschütteln oder über gemeinsam benutzte Gegenstände können auch Krankheitserreger leicht von Hand zu Hand gelangen.

Berührst du mit den Händen dann das Gesicht, können die Erreger über die Schleimhäute von Mund, Nase oder Augen in deinen, oder den Körper eines anderen, eindringen und eine Infektion auslösen.

Händewaschen unterbricht diesen Übertragungsweg. Steht unterwegs keine Waschmöglichkeit zur Verfügung, solltest du zumindest vermeiden, mit den Händen Mund, Augen oder Nase zu berühren oder Speisen mit der Hand zu essen.

Hände regelmäßig waschen: Immer nach… dem nach Hause kommen dem Besuch der Toilette dem Wechseln von Windeln oder wenn einer Person nach dem Toilettengang bei der Reinigung geholfen wurde dem Naseputzen, Husten oder Niesen dem Kontakt mit Abfällen dem Kontakt mit Tieren, Tierfutter oder tierischem Abfall

Immer vor… den Mahlzeiten dem Hantieren mit Medikamenten oder Kosmetika

Immer vor und nach… der Zubereitung von Speisen sowie öfter zwischendurch, besonders wenn Sie rohes Fleisch verarbeitet wurde dem Kontakt mit Kranken der Behandlung von Wunden

Gründliches Händewaschen gelingt in 5 Schritten: Infektionskrankheiten Coronavirus

  1. Halte die Hände zunächst unter fließendes Wasser. Die Temperatur kannst du so wählen, dass sie angenehm für dich ist.
  2. Seife dann die Hände gründlich ein – sowohl Handinnenflächen als auch Handrücken, Fingerspitzen, Fingerzwischenräume und Daumen. Denke auch an die Fingernägel. Hygienischer als Seifenstücke sind Flüssigseifen, besonders in öffentlichen Waschräumen.
  3. Reibe die Seife an allen Stellen sanft ein. Gründliches Händewaschen dauert 20 bis 30 Sekunden.
  4. Danach die Hände unter fließendem Wasser abspülen. Verwende in öffentlichen Toiletten zum Schließen des Wasserhahns ein Einweghandtuch oder deinen Ellenbogen.
  5. Trockne anschließend die Hände sorgfältig ab, auch in den Fingerzwischenräumen. In öffentlichen Toiletten eignen sich hierfür am besten Einmalhandtücher. Zu Hause sollte jeder sein persönliches Handtuch benutzen.

Sieh dir dazu auch unser Video “Händehygiene” unter www.pflegelotsen.at/pflege-lernen an.

Abstand zu Erkrankten

Infektionskrankheiten Coronavirus Menschen mit ansteckenden Infektionskrankheiten sollten möglichst Abstand zu anderen halten, um eine direkte Übertragung von Krankheitserregern zu vermeiden. Akut Erkrankte sollten vor allem besonders gefährdeten Menschen wie Schwangeren, Säuglingen, alten oder immungeschwächten Menschen fernbleiben.

  • Viele Krankheitserreger werden zum Beispiel über Speichel direkt von Mensch zu Mensch übertragen. Vermeide deshalb im Krankheitsfall enge Körperkontakte wie Küssen und Umarmen.
  • Nach dem Kontakt zu Erkrankten sollte man sich gründlich die Hände waschen. Insbesondere sollte vermieden werden, mit ungewaschenen Händen Augen, Nase oder Mund zu berühren, da dies häufig die Eintrittspforten für Krankheitserreger sind.
  • Verzichte im Krankheitsfall auf das Händeschütteln. Erkläre deinem Gegenüber, dass dadurch eine Ansteckung vermieden werden kann.
  • Bei hochansteckenden Infektionen wie Masern, Windpocken oder Magen-Darm-Infektionen solltest du vor einem Arztbesuch die Praxis telefonisch informieren, damit entsprechende Schutzvorkehrungen getroffen werden können.

Weiter gilt

  • Kuriere dich lieber zuhause aus, so verhinderst du eine Weiterverbreitung der Krankheit.
  • Wenn es die Wohnsituation zulässt, sollten Erkrankte mit ansteckenden Magen-Darm-Infektionen eine separate Toilette benutzen.
  • Außerdem kann es je nach Erkrankung sinnvoll sein, sich in getrennten Zimmern aufzuhalten und zu schlafen, um das Risiko einer Keimübertragung durch eine Tröpfcheninfektion über die Luft oder durch eine Kontaktinfektion über gemeinsam benutzte Gegenstände zu verringern.
  • Alle Räume sollten regelmäßig gelüftet werden. Lüften verringert die Zahl erreger haltiger feinster Tröpfchen in der Luft und senkt damit das Ansteckungsrisiko in Räumen, in denen sich Erkrankte aufhalten. Auch in der Heizperiode sollte auf richtiges Lüften geachtet werden. Hierfür empfiehlt sich regelmäßiges Stoßlüften: Öffne mehrmals täglich für einige Minuten weit die Fenster, um gut durchzulüften.
  • Persönliche Utensilien wie Handtücher, Kosmetikartikel, Schminkutensilien, Rasierklingen oder Waschlappen sowie Essgeschirr oder Besteck sollten nicht mit anderen geteilt werden.
  • Schutzhandschuhe sind empfehlenswert, wenn du bei der Versorgung Erkrankter mit erreger haltigen Körperausscheidungen in Berührung kommst. Verwende hierfür Einmalhandschuhe und entsorge diese anschließend.

Merke: Handschuhe bieten allerdings keinen hundertprozentigen Schutz. Daher solltest du nach dem Ausziehen immer auch die Hände waschen und ggf. desinfizieren. Auch für Menschen mit geschwächtem Abwehrsystem kann es sinnvoll sein, beim Putzen, beim Kontakt mit rohem Fleisch in der Küche, beim Windeln wechseln oder bei der Gartenarbeit, Schutzhandschuhe zu tragen.

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